Finnland
Finnland (Lappland)
| Hauptstadt: Währung: Fläche: Einwohner: Bevölkerungsdichte: |
Helsinki Euro (1 € = 100 Cent) = CHF 1.26 (2013) 338'432 km² 5'404'956 15,97 Einwohner pro km² |
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LandesüberblickFinnland (finnisch: Suomi) ist eine parlamentarische Republik in Nordeuropa und seit 1995 Mitglied der Europäischen Union. Finnland grenzt an Schweden, Norwegen, Russland und die Ostsee. Mit 5,4 Millionen Einwohnern auf einer Fläche nur wenig kleiner als Deutschland gehört Finnland zu den am dünnsten besiedelten Ländern Europas. Ein grosser Teil der Bevölkerung konzentriert sich dabei auf den Süden des Landes mit der Hauptstadt Helsinki. |
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SpracheDie beiden offiziellen Landessprachen sind Finnisch und Schwedisch. 92 % der Bevölkerung sind finnisch-, 6 % schwedischsprachig. |
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KlimaDas finnische Klima ist kaltgemässigt. Stabile kontinentale Hochdruckzonen sorgen für kalte Winter und vergleichsweise heisse Sommer. Die Niederschlagssumme beträgt in Südfinnland 600–700 mm. Der wenigste Niederschlag fällt im ganzen Land im März, der meiste im Juli oder August.Bei einer Nord-Süd-Ausdehnung des Landes von über 1000 Kilometern wird es nach Norden hin deutlich kälter. Während die durchschnittliche Jahrestemperatur im Süden 5 °C beträgt, so sind es im Norden Finnisch-Lapplands nur noch −2 °C. Im kältesten Monat, dem Januar oder Februar, liegt die Durchschnittstemperatur zwischen −4 und −14 °C. Die kälteste jemals in Finnland gemessene Temperatur betrug −51,5 °C in Pokka bei Kittilä am 28. Januar 1999. Die Seen frieren zwischen November und Dezember zu und tauen oft erst zwischen Mai und Juni wieder auf. In kalten Wintern können der Bottnische und der Finnische Meerbusen fast vollständig zufrieren und müssen mit Eisbrechern freigehalten werden. Der Sommer dauert in Südfinnland von Ende Mai bis Mitte September, in Lappland beginnt er einen Monat später und endet einen Monat früher. In den Gebieten nördlich des Polarkreises scheint im Sommer die Mitternachtssonne, im Winter herrscht die Polarnacht (kaamos). Zur Zeit der Sommersonnenwende wird es selbst im Süden des Landes nicht vollkommen dunkel (sogenannte "weisse Nächte"), in Utsjoki an der Nordspitze Finnlands geht die Sonne 73 Tage lang gar nicht unter. Entsprechend steigt dort im Winter die Sonne für 51 Tage kein einziges Mal über den Horizont, auch in Südfinnland geht sie am kürzesten Tag nur für sechs Stunden auf. Vor allem im Norden erscheinen im Winter Polarlichter. |
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LandschaftszonenFinnland lässt sich in fünf landschaftliche Grossräume einteilen: die Küstenebenen Südfinnlands, die Küstenebenen Österbottens, die Finnische Seenplatte im Landesinneren, das Finnische Hügelland im Osten und Lappland im Norden. Die südfinnische Küstenebene ist ein flaches Gebiet das von zahlreichen Flüssen durchschnitten und intensiv landwirtschaftlich genutzt wird. Die Küste Finnlands ist eine reich gegliederte Schärenküste mit einer Gesamtlänge von fast 40'000 km und über 73'000 Inseln mit einer Grösse von mindestens 500 m². Gemessen an ihrer Anzahl stellen die Inseln des Schärenmeers vor Turku den grössten Archipel der Welt dar. Die Inseln der autonomen Inselgruppe Åland liegen zwischen 15 und 100 km vom finnischen Festland entfernt. Die Moränenrücken Salpausselkä im Süden und Suomenselkä im Westen sind die beiden Hauptwasserscheiden des Landes und trennen die Küstengebiete von der Finnischen Seenplatte (Järvi-Suomi) im Landesinneren. Das moor- und waldreiche Gebiet ist mit seinen ca. 42'000 Seen die grösste Seenplatte Europas. Binnengewässer bedecken hier rund 18 % der Gesamtfläche. Hier haben auch die wichtigsten Ströme der südlichen Landeshälfte, der Kokemäenjoki, der Kymijoki und der Vuoksi, ihren Ursprung. Der grösste See des Landes ist mit einer Fläche von rund 4'400 km² der stark zergliederte Saimaa-See im Südosten. Das Finnische Hügelland (Vaara-Suomi) erstreckt sich im Osten des Landes von Nordkarelien über Kainuu bis in die südlichen Teile Lapplands. Charakteristisch sind die zahlreichen Anhöhen, von denen sich aber nur einzelne wie der Koli (347 m) in Nordkarelien als Berge von der Umgebung abheben. Im Norden geht das Hügelland in den Grossraum Lapplands über. In Lappland dominieren weitläufige Wald- und Moorlandschaften, aus denen sich baumlose Fjells (tunturi) wie der Pallastunturi (807 m), der Yllästunturi (718 m) oder der Pyhätunturi (540 m - Nähe Luosto) erheben. Die Gegend um den Inarijärvi in Nordostlappland weist eine hohe Seendichte auf. Der längste Fluss Finnlands ist mit rund 560 km der Kemijoki, der einen grossen Teil Finnisch-Lapplands entwässert. Im Norden Lapplands steigt das Gelände zum Skandinavischen Gebirge hin an. An seinem Hauptkamm hat Finnland jedoch nur im äussersten Nordwesten in der Gemeinde Enontekiö Anteil. Hier liegen auch alle Eintausender des Landes; die höchste Erhebung Finnlands ist mit 1324 m der Haltitunturi unmittelbar an der Grenze zu Norwegen. |
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NationalparksEtwa ein Zehntel der Landesfläche Finnlands steht unter Naturschutz unterschiedlichen Grades. Im Norden des Landes, wo die Bevölkerungsdichte niedrig und ein grosser Teil des Landes in staatlichem Besitz ist, ist der Anteil noch weitaus höher. Insgesamt gibt es 35 Nationalparks mit einer Gesamtfläche von 8'150 km² (2,5 % der Gesamtfläche Finnlands), darunter in Lappland der Lemmenjoki- und der Urho-Kekkonen-Nationalpark, die jeweils über 2500 Quadratkilometer gross sind. |
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Flora und FaunaFinnland ist das waldreichste Land Europas: 86 % der Landfläche sind bewaldet. Dabei treten von Norden nach Süden drei Vegetationszonen auf. Der grösste Teil Finnlands gehört zur borealen Nadelwaldzone (Taiga). Kennzeichnend sind die kurze Vegetationsperiode, nährstoffarme Böden, auf denen die Bäume nur langsam wachsen, das Vorherrschen von Nadelholzgewächsen und eine geringe Anzahl an Baumarten. Es dominieren Kiefern und Fichten, die häufigste Laubbaumart ist die Birke. Der Boden ist mit Blaubeersträuchern und Moosen bedeckt, nach Norden hin auch mit Flechten. Nur an der Südwestküste und auf den vorgelagerten Schären herrschen Mischwälder vor. Hier wachsen auch Baumarten, die in Finnland sonst nicht vorkommen, wie die Eiche. Der äusserste Norden Lapplands ist weitgehend baumlos, in niedrigen Lagen wachsen nur noch gedrungene Birken, in höheren Lagen herrscht eine tundraartige Vegetation vor. Ein Drittel der Landesfläche Finnlands bestand ursprünglich aus Moorland, etwa die Hälfte dieser Fläche wurde in den vergangenen Jahrhunderten zur Kulturlandgewinnung trockengelegt. Im Süden dominieren torfreiche Hochmoore, nördlich davon Aapamoore. Der grösste Teil des Moorlandes ist mit Bruchwäldern bedeckt. Elche sind trotz intensiver Bejagung in ganz Finnland sehr zahlreich. Obwohl alljährlich über ein Drittel der Elche erlegt wird, bleibt der Bestand nach Ablauf der Jagdsaison stabil bei über 100'000 Tieren. Für den Strassenverkehr stellt die grosse Elchpopulation eine Gefahr dar, weil es immer wieder zu schweren Unfällen mit den Tieren kommt. Im Norden des Landes trifft man allenthalben Rentiere an. Die rund 200'000 Rentiere sind halbdomestiziert und laufen das Jahr über frei herum, im Spätherbst treiben ihre Besitzer die Tiere zusammen und suchen die Schlachttiere heraus. Die Raubtierpopulationen wachsen durch den Erfolg von Schutzmassnahmen schon seit Jahren; die Anzahl der finnischen Braunbären und Luchse liegt heute bei je über 1000 Individuen, die der Wölfe bei etwa 200. Der Polarfuchs war einst im ganzen Land recht häufig, wurde aber durch Pelzjäger zu Beginn des 20. Jahrhunderts fast ausgerottet. Der Rotfuchs ist hingegen bis heute sehr häufig anzutreffen, seit einigen Jahrzehnten auch der Marderhund, der sich von Russland aus verbreitet hat. Die Saimaa-Ringelrobbe kommt weltweit nur im Saimaa-Seengebiet vor. Diese seltene Süsswasser-Unterart der Ringelrobbe konnte durch gezielte Schutzmassnahmen vor dem Aussterben gerettet werden und ist daher auch das Symboltier des Naturschutzes in Finnland. Besonderen Schutz geniesst auch das Gleithörnchen, das in der Europäischen Union nur in Finnland und Estland vorkommt. Zur Vogelwelt Finnlands gehören über 430 Arten, darunter Steinadler und Seeadler, daneben Hühnervögel wie Auerhuhn, Birkhuhn, Haselhuhn und Moorschneehuhn sowie zahlreiche Wasservogelarten. Als finnischer Nationalvogel gilt wegen seiner Rolle in der finnischen Mythologie der Singschwan. |
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LapplandLappland ist eine Landschaft in Nordeuropa, deren Abgrenzung unterschiedlich gezogen wird. Häufig wird damit der nördlich des Polarkreises liegende Teil Skandinaviens bezeichnet. Die grösste Ausdehnung hat Lappland, wenn man es als das Siedlungsgebiet der Samen – der Urbevölkerung Lapplands – versteht. Die Fläche beträgt bei dieser Definition 388'350 km². Dieses Gebiet hat eine Bevölkerung von 2'317'159, davon jedoch nur rund 70'000 Samen. Nach dieser Abgrenzung ist Lappland knapp 10 % grösser als Deutschland. Nimmt man nur den nördlich des Polarkreises liegenden Teil der Nordkalotte, so beträgt die Fläche rund 260'000 km². Bezieht man den Begriff lediglich auf die historische schwedische und die bestehende finnische Provinz, so liegt die Fläche bei 217'193 km². Unabhängig von der Definition liegt die Bevölkerungsdichte bei rund 2 Einwohnern pro km², wobei die überwiegende Mehrheit der Einwohner in den Städten an den Küsten wohnt. Ausserhalb der Städte liegt die Bevölkerungsdichte daher faktisch nahe 0.Die Sámi sind ein indigenes Volk, das früher "Lappen" genannt worden ist. Lappland hatte nie eine eigene Staatlichkeit und ist heute zwischen den vier Staaten Norwegen, Schweden, Finnland und Russland aufgeteilt. In einem erstarkenden Nationalbewusstsein der Ureinwohner ist die samische Flagge heute immer häufiger zu sehen. Die Samen sind jedoch nur eine Minderheit der Bevölkerung, deren Anteil ca. 4 % ausmacht. |
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Quelle: Wikipedia
